sauberhexe.com: Inh. Natalja Shekow-Stengler
sauberhexe.com: Inh. Natalja Shekow-Stengler      

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen gemäß § 36 Infektionsschutzgesetz

Auszug, Stand 04-2007

 

 

   Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen        
         (Kinderkrippen, -gärten, -tagesstätten, auch integrativ, und Kinderhorte)
 erarbeitet vom:
Länder-Arbeitskreis zur Erstellung von Hygieneplänen nach § 36 IfSG
 
   1 Einleitung
 Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder sind durch das Zusammenleben und die Zusammenarbeit einer Vielzahl von Personen
 von besonderer hygienischer Bedeutung. Sie bedürfen deshalb großer Aufmerksamkeit, um das Wohlbefinden,
 die Gesundheit und die Erziehung zu hygienischem Verhalten - besonders auch im Hinblick auf Infektionskrankheiten -
 zu sichern.
Übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu
 verhindern, ist Zweck des Infektionsschutzgesetzes. Das Gesetz setzt dabei in hohem Maße neben behördlichen
 Aufgaben und Zuständigkeiten auch auf die Eigenverantwortung der Träger und Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen
 sowie jedes Einzelnen. Darüber hinaus ergeben sich aus dem Gesetz konkrete Verpflichtungen für
  Gemeinschaftseinrichtungen bzw. deren Leitungen, insbesondere aus den §§ 33 bis 36 (zusätzliche Vorschriften für
 Schulen und sonstige Gemeinschaftseinrichtungen). Nach § 36 Abs. 1 müssen Gemeinschaftseinrichtungen
 die innerbetrieblichen Verfahrensweisen zur Infektionshygiene in Hygieneplänen festlegen. Für die Erstellung der Pläne enthält
  das Gesetz keine Vorgaben, sondern überlässt dies weitgehend dem Ermessen der jeweiligen Einrichtung.
 Empfohlen wird, auf eine weitgehende Standardisierung der Pläne hinzuwirken.
    Die vorliegenden Hygieneempfehlungen sollen hierbei Unterstützung geben. Die aufgeführten Hygienemaßnahmen sind
          Beispielinhalte für die Erstellung eines innerbetrieblichen Hygieneplans, die an die Situation in der jeweiligen
          Einrichtung angepasst und durch einrichtungsspezifische Details und Festlegungen ergänzt werden müssen.
  Im Hygieneplan sollten auch Maßnahmen der Gesundheitsförderung und –erhaltung an gesprochen werden, die über
  die Infektionshygiene hinaus zur Prävention der nichtübertragbaren Erkrankungen für Bewohner und Personal beitragen.
 Zu berücksichtigen sind neben den Rechtsregelungen auf EU-, Bundes- und Landesebene und den fachlichen
 Empfehlungen von Fachgesellschaften auch Vorschriften des Arbeitsschutzes und technische Regelwerke
 (z. B. DIN, EN, ISO). Zutreffende Punkte des Rahmenhygieneplanes können analog auch für die Kinderbetreuung
 bei Tagesmüttern angewendet werden.
 
        2 Risikobewertung, Hygienemanagement und Verantwortlichkeit
     2.1 Risikobewertung
 Das Infektionsrisiko wird allgemein von der Anwesenheit primär wie fakultativ pathogener Keime, den
 Übertragungswegen dieser Erreger (direkte und indirekte natürliche wie künstliche Übertragungswege) und der
 Abwehr- und Immunsituation (Impfstatus) der Kinder und des Personals bestimmt. Hierbei ist zwischen Kindergarten-
 und Hortgruppen und der Betreuung von Kleinstkindern im Krippenbereich zu unterscheiden.
 Für den Ausschluss von Personen aus der Kindereinrichtung, die an bestimmten Infektionserkrankungen leiden oder
 in Wohngemeinschaft engen Kontakt zu Infizierten hatten bilden das Infektionsschutzgesetz (§34) sowie
 die Wiederzulassungsregelungen des RKI und ggf. des jeweiligen Bundeslandes die rechtliche Grundlage.
 Neben den klassischen Kinderkrankheiten (Masern, Mumps, Röteln, Pertussis, Varizellen, Scharlach usw.) sind in
 Kindereinrichtungen vor allem fäkal-oral übertragbare Erkrankungen wie Durchfallerkrankungen oder Hepatitis
 A von Bedeutung. Hier sind neben Reinigungsmaßnahmen zumeist auch gezielte Desinfektionsmaßnahmen
 sinnvoll einzusetzen.
 In jedem Fall ist beim Auftreten von Infektionskrankheiten sowie dem Befall mit Kopfläusen oder Krätze das
 Gesundheitsamt einzubeziehen. Besondere Aufmerksamkeit und sofortiges Einbeziehen des Gesundheitsamtes
 erfordert das Auftreten von Meningitiden, insbesondere wenn diese durch Meningokokken oder Hämophilus influenzae
 Typ B verursacht werden.
 
       2.2 Hygienemanagement und Verantwortlichkeit 
Der Leiter der Kindereinrichtung trägt die Verantwortung für die Sicherung der hygienischen Erfordernisse und nimmt
  seine Verantwortung durch Anleitung und Kontrolle wahr. Er kann zu seiner Unterstützung einen
 Hygienebeauftragten oder ein Hygieneteam benennen.
 
Zu den Aufgaben des Hygienemanagements gehören unter anderem:
 • Erstellung und Aktualisierung des Hygieneplanes
 • Überwachung der Einhaltung der im Hygieneplan festgelegten Maßnahmen
 • Durchführung von Hygienebelehrungen
 • Aufrechterhaltung des Kontaktes zum Gesundheitsamt und den Eltern
 Der Hygieneplan ist jährlich hinsichtlich seiner Aktualität zu überprüfen und ggf. zuändern.
  Die Überwachung der Einhaltung der Hygienemaß nahmen erfolgt u. a. durch Begehungen der Einrichtung
 routinemäßig mindestens jährlich sowie bei aktuellem Bedarf. Die Ergebnisse werden schriftlich dokumentiert.
 Der Hygieneplan muss für alle Beschäftigten jederzeit zugänglich und einsehbar sein.
  Die Beschäftigten werden mindestens einmal pro Jahr hinsichtlich der erforderlichen Hygienemaßnahmen belehrt.
 Die Belehrung ist schriftlich zu dokumentieren.
 
    3 Basishygiene
      3.1 Hygieneanforderungen an Standort, Gebäude, Räume, Ausstattung
 Die Kindereinrichtung muss den baurechtlichen Anforderungen im jeweiligen Bundesland, den
 Unfallverhütungsvorschriften, den Bestimmungen der Arbeitsstättenverordnung sowie den brandschutz-
 technischen Vorschriften genügen.
 
 • Insbesondere sind zu beachten:
- Standort (Lärm, lufthygienische und bioklimatische Belastungen, Altlasten)
 -Freiflächen/Sportanlagen (Größe, Gestaltung, Bepflanzung, Giftpflanzen, Spielgerätesicherheit und –wartung,
 hygienische Anforderungen an Wasser- und Sandspielplätze)
  - Hygienische Anforderungen an Bauweise, Oberflächengestaltung und Ausstattung einzelner Räume
 (Gruppenraum, Schlafraum, Sanitärräume, Garderobe, Übergaberaum, Hortraum, Küche und Wirtschaftsräume,
 Personalräume, Raum für Reinigungsutensilien usw.)
 
 -Ausreichende natürliche Belüftbarkeit von Aufenthalts- und Schlafräumen
 - Ausreichende Tageslichtbeleuchtung für alle Aufenthaltsräume der Kinder (Tageslichtquotient nach DIN 5034)
 - Qualitativ und quantitativ ausreichende künstliche Beleuchtung der Räume (DIN 5035, DIN EN 12464-1)
 - Schallschutz , Wärme- und Sonnenschutz
  -Trittsichere, rutschhemmende und leicht zu reinigende Fußbodengestaltung (Fußböden müssen feucht zu
  reinigen und zu desinfizieren sein
– gilt für glatte Fußböden als auch für textile Bodenbeläge)
 - Spezifische Voraussetzungen für Integrativeinrichtungen
 
  Eine kontinuierliche planmäßige bauliche Instandhaltung und Renovierung ist notwendige Voraussetzung für jede
effektive Reinigung und Desinfektion.
 
 Schimmelpilzbefallmuss umgehend ursächlich abgeklärt und saniert werden.
 
       3.2 Reinigung und Desinfektion
• Eine gründliche und regelmäßige Reinigung insbesondere der Hände und häufig benutzter Flächen und Gegenstände ist
eine wesentliche Voraussetzung für einen guten Hygienestatus.•
  Eine routinemäßige Desinfektion ist in der Kindereinrichtung i. d. R. nicht notwendig
   • Die gezielte Desinfektion ist dort erforderlich, wo Krankheitserreger auftreten und Kontaktmöglichkeiten zur
 Weiterverbreitung bestehen (z. B. Verunreinigungen mit Erbrochenem, Blut, Stuhl, Urin).
   • Eine effektive Desinfektion wird nur erreicht, wenn für die beabsichtigte Desinfektionsaufgabe das
 geeignete Desinfektionsmittel in der vorgeschriebenen Konzentration und Einwirkzeit verwendet wird.
   Die Desinfektionsmittel sind nach dem Anwendungsgebiet aus der aktuellen Desinfektionsmittelliste der des
  Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH), ehemals Liste der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und
 Mikrobiologie (DGHM), mit der entsprechenden Konzentration und Einwirkzeit auszuwählen (ggf. nach Rück-
 sprache mit dem Gesundheitsamt).
 Reinigungs- und Desinfektionsmittel sind vor Kindern geschützt aufzubewahren.
 In jeder Einrichtung müssen Reinigungs- und Desinfektionspläne erarbeitet und gut sichtbar ausgehängt werden.
   • Die Pläne sollen konkrete Festlegungen zur Reinigung und ggf. zur Desinfektion (was, wann, womit, wie, wer) sowie
Aussagen zur Überwachung /Eigenkontrolle – besonders auch bei Vergabe der Reinigungsarbeiten an Fremdfirmen
(vertragliche Regelung mit Fremdfirmen) enthalten.
Beim Auftreten meldepflichtiger übertragbarer Krankheiten oder bei begründetem Verdacht sind spezielle Maßnahmen erforderlich, die vom Gesundheitsamt veranlasst oder mit diesem abgestimmt werden und nicht Gegenstand dieser
Ausführungen sind.
 
3.2.1 Händehygiene
       Hände sind durch ihre vielfältigen Kontakte mit der Umgebung und anderen Menschen die
Hauptüberträger von Infektionserregern. Händewaschen und ggf. Händedesinfektion gehören zu den wichtigsten Maßnahmen
der Infektionsverhütung und der Bekämpfung von Infektionen.
 
      Händewaschen reduziert die Keimzahl auf den Händen.
• Zur Ausstattung der Handwaschplätze für das Personal sind die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung,
Biostoffverordnung (incl. TRBA) und ggf. vorhandene Hygienevorschriften der Länder zu berücksichtigen.
• Es sind flüssige Waschpräparate aus Spendern und Hautpflegemittel zu verwenden.
• Einmalhandtücher bzw. personengebundene textile Handtücher sind bevorzugt zu verwenden. Die Benutzung von Gemeinschaftshandtüchern ist abzulehnen.
 
         Die hygienische Händedesinfektion dient der Abtötung von Infektionserregern.
• Nach Kontamination der Hände mit Krankheitserregern gilt folgende Reihenfolge:
1. Desinfektion
   2. Reinigung (Waschen bei Bedarf)
 • Sichtbare grobe Verschmutzungen (z. B. durch Ausscheidungen) sind vor der Desinfektion mit Zellstoff oder einem
 desinfektionsmittelgetränkten Einmaltuch zu entfernen.
• 3-5 ml des Präparates in die trockenen Hände einreiben, dabei Fingerkuppen, Fingerzwischenräume, Daumen und
Nagelfalze besonders berücksichtigen.
• Während der vom Hersteller geforderten Einwirkzeit (in der Regel ½ Minute) müssen die Hände vom Desinfektionsmittel
feucht gehalten werden.
• Die Verwendung von Einmalhandschuhen ist bei vorhersehbarem Kontakt mit Ausscheidungen und Blut zu empfehlen.
        Personal:
• Die gründliche Händereinigung ist durchzuführen
 - zum Dienstbeginn,
- nach jeder Verschmutzung,
- nach Toilettenbenutzung,
 - vor dem Umgang mit Lebensmitteln,
 - vor der Einnahme von Speisen und Getränken,
 - nach intensivem Kontakt mit Kindern, die an Durchfallerkrankungen und Atemwegsinfekten (Husten, Schnupfen) leiden
 - und nach Tierkontakt.
• Die hygienische Händedesinfektion ist erforderlich
- nach Kontakt mit Stuhl, Urin, Erbrochenem, Blut und anderen Körperausscheidungen (z. B. nach dem Windeln
oder Maßnahmen in Zusammenhang mit der Toiletten-/ Töpfchenbenutzung durch Kinder).
- Wenn dabei Handschuhe getragen werden, müssen die Hände auch nach Ablegen der Handschuhe desinfiziert werden.
• Die prophylaktische Händedesinfektion ist erforderlich
- vor dem Anlegen von Pflastern, Verbänden o. ä.
 • In den Sanitärräumen der Kinder und Betreuer sind Möglichkeiten zur Händedesinfektion zu schaffen (kein
unbeaufsichtigter Zugriff durch die Kinder).
Kinder:
 • Das Erlernen und Festigen des Händewaschens ist ein wichtiges Hygieneziel in der Einrichtung.
• Jedes Kind soll eine ordnungsgemäße Handwaschtechnik erlernen.
• Die gründliche Händereinigung ist durchzuführen 
- nach dem Spielen im Freien
- nach jeder Verschmutzung,
- nach der Töpfchen- oder Toilettenbenutzung, 
- nach Kontakt mit Tieren
- und vor der Esseneinnahme. 
• Nach Verunreinigung mit infektiösem Material ist eine Händedesinfektion (z. B. mit desinfektionsmittelgetränktem Einmaltuch) durchzuführen.
 • Die tägliche Zahnpflege sollte nach dem Frühstück oder dem Mittagessen ausgeübt werden.
 
3.2.2 Fußböden und andere Flächen sowie Gegenstände
 • Voraussetzung für eine vorschriftsmäßige Reinigung aller relevanten Flächen und Gegenstände ist die Sorge für Ordnung in der Kindereinrichtung.
• Folgende Grundsätze sind bei Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen zu berücksichtigen:
- Es ist feucht zu reinigen (Ausnahme: textile Beläge).
- Für die Pflege textiler Beläge sind Geräte mit Mikro- oder Absolutfiltern zu verwenden, Teppichböden täglich absaugen, 2 x jährlich ist eine Feuchtreinigung (Sprüh-Extraktionsmethode) vorzunehmen.
- Bei den angewendeten Reinigungsmethoden ist eine Schmutzverschleppung zu verhindern (beispielsweise Zwei-Eimer-Methode bzw. Nutzung industrieller Reinigungsgeräte).
- Die Reinigungsmaßnahmen sind in der Regel in Abwesenheit der Kinder durchzuführen.
- Bei Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten ist geeignete Schutzkleidung (Handschuhe, Schürze/Kittel) zu tragen.
- Alle wiederverwendbaren Reinigungsutensilien (Wischmopp, Wischlappen ...) sind nach Gebrauch aufzubereiten (vorzugsweise Waschen bei mindestens 60°C, alternativ Einlegen in Desinfektionslösung) und bis zur erneuten Verwendung trocken zu lagern.
- Geräte und Mittel zur Reinigung und Desinfektion sind an geeigneter Stelle und vor dem Zugriff Unbefugter gesichert aufzubewahren.
- Innerhalb der Einwirkzeit der Desinfektionsmittel-Lösungen dürfen die Flächen nicht trocken- oder nachgewischt werden.
- Nach erfolgter Desinfektion ist zu lüften.
 
• Der Reinigungsrhythmus muss sich an der speziellen Nutzungsart und –intensität orientieren.
• Bei sichtbarer Verschmutzung ist sofort zu reinigen.
 
• Für die routinemäßige Reinigung bzw. Desinfektion gelten folgende Orientierungswerte:
- Die Fußböden der Gruppen-, Schlaf-, Übergabe-, Garderoben- und Sanitärräume sind täglich feucht zu wischen.
- Oberflächen von Einrichtungen (Schränke, Heizkörper, Stühle, Regale usw.) sind wöchentlich gründlich zu reinigen, bei Verschmutzung sofort.
- Wandflächen im Sanitärbereich sind einmal wöchentlich zu reinigen.
- Türklinken im Sanitärbereich sind täglich zu reinigen.
- Gebrauchsgegenstände (z. B. Spielzeug, Laufgitter, Beschäftigungsmaterial) sind wöchentlich gründlich zu reinigen, bei Verschmutzung sofort. Spielzeuge für Säuglinge und Krabbler sind in die tägliche Reinigung einzubeziehen. 
- Zahnputzbecher und -bürsten, Kämme und Haarbürsten sind personengebunden zu verwenden, regelmäßig zu reinigen und bei Bedarf zu wechseln.
- Waschbecken, Toilettenbecken und -sitze, Ziehgriffe oder Spültasten und Fäkalienausgüsse sind täglich zu reinigen. 
- Toilettenbürsten sind außerhalb des Zugriffsbereichs der Kinder aufzubewahren und regelmäßig zu reinigen bzw. zu wechseln.
- für Gruppen bereitgestellte Töpfchen und Kindersitze für das WC sind nach jeder Benutzung desinfizierend zu reinigen und trocken aufzubewahren.
- Wickeltische und Säuglingswaagen sind nach jeder Benutzung desinfizierend zu reinigen (Desinfektion kann entfallen, wenn Einmalunterlagen verwendet und nach jeder Benutzung gewechselt werden).
- Säuglingsbadewannen sind nach jeder Benutzung desinfizierend zu reinigen. 
- Babyflaschen und Sauger sind in einem Geschirrspüler bei mindestens 60°C zu waschen und zu trocknen oder in einem Vaporisator aufzubereiten und bis zur nächsten Verwendung trocken und geschützt aufzubewahren
- Windelbehälter für schmutzige Windeln sind täglich zu leeren und nach erfolgter Desinfektion zu reinigen. Mülltüten mit Einwegwindeln sind mit dem Hausmüll zu entsorgen.
- Fieberthermometer sind nach der Benutzung zu reinigen bzw. nach rektaler Messung zu desinfizieren.
- Planschbecken sind nach jeder Benutzung oder bei Verschmutzung zu reinigen.
 
• Zweimal pro Jahr ist eine Grundreinigung unter Einbeziehung von Lampen, Fenstern, Heizkörpern, Türen, Teppichböden, Vorhängen, Jalousien, Turngeräten, Rohrleitungen, Verkleidungen, Regalen...) durchzuführen.
• Eine sofortige gezielte Desinfektion von Flächen und Gegenständen ist notwendig bei sichtbarer Verunreinigung durch Körpersekrete (z. B. Erbrochenes, Stuhl, Urin, Blut). Dabei kann nach Entfernung der groben Verunreinigungen mit Zellstoff o. ä. eine Wischdesinfektion durchgeführt werden.
• Beim Auftreten übertragbarer Krankheiten in der Einrichtung sind Desinfektionsmaßnahmen als gezielte Schutzmaßnahmen gegen eine Weiterverbreitung der Infektion nach Absprache mit dem Gesundheitsamt durchzuführen. Beim Auftreten von Durchfallerkrankungen im Territorium können prophylaktische Desinfektionsmaßnahmen in der Einrichtungen ebenfalls sinnvoll sein.
 
3.2.3 Bekleidung, Wäschehygiene
 
• Vom Personal ist darauf zu achten, dass eine den Witterungsverhältnissen angepasste Kleidung sowohl in der Einrichtung als auch im Freien getragen wird.
• Die Häufigkeit des Wäschewechsels ist vom Verschmutzungsgrad abhängig. Grundsätzlich ist verunreinigte Wäsche sofort zu wechseln. Darüber hinaus können folgende Richtwerte herangezogen werden:
- Seiflappen (personengebunden)  täglich 
- Handtücher (personengebunden)  wöchentlich
- Badetücher (personengebunden)   wöchentlich
- Schlafbekleidung    wöchentlich
- Bezüge der Spielmatten   wöchentlich
- Bettwäsche     alle zwei Wochen
- Schlafdecken      1 x jährlich
- Matratzen, Kissen u. ä.    1 x jährlich 
- Geschirrhandtücher    täglich     
 
• Das Einsammeln und der Transport gebrauchter Wäsche soll in reißfesten, ausreichend keimdichten, ggf. feuchtigkeitsdichten Textil- oder Foliensäcken bzw. Wäschebehältern erfolgen.
• Falls Wäsche in der Einrichtung selbst gewaschen wird, ist auf eine Trennung von Schmutzwäsche und sauberer Wäsche zu achten. Saubere Wäsche darf nicht im Schmutzwäschebereich getrocknet werden.
• Als Standort für die Waschmaschine ist ein geeigneter Raum auszuwählen. Die Gruppenräume der Kinder, die Küchenräume u. ä. Räume sind dafür nicht geeignet.
• Handtücher, Waschlappen, Bettwäsche u. ä. -  Behandlung mit 60°C– Waschgang
• Mit infektiösen Ausscheidungen verunreinigte Wäsche soll vor dem Waschen in Desinfektionsmittel eingelegt bzw. mit einem desinfizierenden Waschverfahren gewaschen werden.
 
3.3 Umgang mit Lebensmitteln
 
• Um lebensmittelbedingte Erkrankungen und Erkrankungshäufungen in Gemeinschaftseinrichtungen zu verhindern, müssen an den Umgang mit Lebensmitteln besonders hohe Anforderungen gestellt werden.
• Verantwortlich für die Lebensmittelhygiene ist der Leiter der Einrichtung.
• Es dürfen nur sichere Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden, von denen keine Gefahr für die menschliche Gesundheit ausgeht.
• Mitgebrachte Lebensmittel für den gemeinschaftlichen Verzehr unterliegen den gleichen Anforderungen (keine Risikolebensmittel!)
• Beschäftigte, die mit Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung in Berührung kommen, müssen die Inhalte der §§ 42 und 43 des IfSG kennen und nach Entscheidung des zuständigen Gesundheitsamtes eine Bescheinigung nach § 43 vorweisen können (s. 4.1.1 und 4.3.1).
• Die Vorgaben der EU-Verordnungen zur Lebensmittelhygiene und anderer rechtlicher Grundlagen sowie Normen und Leitlinien sind einzuhalten.
• Ein eigener Hygieneplan für den Küchenbereich ist in Abstimmung mit der Lebensmittelüberwachungsbehörde zu erstellen.
• Leichtverderbliche Lebensmittel bzw. solche, bei denen der Hersteller dies vorschreibt, sind kühl zu lagern.
• Die Anlieferung von Speisen darf nur in ordnungsgemäß gereinigten und geschlossenen Behältern erfolgen.
• Vor der Zubereitung und Ausgabe von Essen sind die Hände antiseptisch zu waschen.
• Personal mit eitrigen Wunden an den Händen darf keinen Umgang mit unverpackten Lebensmitteln haben.
• Bei Verletzungen an den Händen sind beim Umgang mit Lebensmitteln Handschuhe zu tragen.
• Für die Essenausgabe sind saubere Gerätschaften zu benutzen.
• Warme Speisen müssen bis zur Ausgabe eine Temperatur von ≥ 65°C aufweisen.
• Auf Lebensmittel darf nicht gehustet oder geniest werden.
• Übrig gebliebene zubereitete Speisen sind zu entsorgen. Einfrieren von Resten ist verboten.
• Die Ausgabe von Rohmilch ist nicht zulässig.
• Lebensmittel die unter Verwendung von rohen Bestandteilen von Hühnereiern hergestellt werden, müssen vor Abgabe ausreichend durcherhitzt werden.
• Alle benutzten Geschirr- und Besteckteile sind heiß zu reinigen z. B. 65 °CProgramm in einer Haushaltsgeschirrspülmaschine.
• Geschirrtücher und Lappen sind nach Benutzung aufzubereiten oder zu verwerfen.
• Tische, Essentransportwagen und Tabletts sind nach der Esseneinnahme zu reinigen.
 
3.4 Sonstige hygienische Anforderungen
3.4.1 Abfallbeseitigung

 
• Die Abfallverordnungen der Länder sind einzuhalten.
• Maßnahmen der Abfallvermeidung sind festzulegen.
• Die Abfälle sollten in gut schließenden Behältnissen gesammelt und mindestens einmal täglich in zentrale Abfallsammelbehälter entsorgt werden.
• Abfallbehälter müssen vor dem Zugriff der Kinder geschützt sein.
• Einwegwindeln sind mit dem Hausmüll in der Kindertagesstätte zu entsorgen.
• Die Abfallentsorgung einschließlich der Küchenabfälle ist so zu betreiben, dass Belästigungen, insbesondere durch Gerüche, Insekten und Nagetiere vermieden werden.
 
3.4.2 Tierhaltung
 
Bei der Planung und Umsetzung der Tierhaltung ist ein enger Kontakt mit den zuständigen Gesundheits- und Veterinärämtern dringend zu empfehlen. Neben positiven psychologischen Aspekten ist das Risiko von Allergien, von Infektionen, Parasitenbefall sowie Biss- und Kratzverletzungen zu berücksichtigen.

In Kindertagesstätten ist Tierhaltung unter folgenden Bedingungen möglich:
• Sauberkeit der Räume, Käfige, Volieren, der Trink- und Futterbehälter
• artgerechte Haltung, regelmäßige Fütterung und Pflege
• Tiere sind je nach Tierart tierärztlichen Kontrollen zu unterziehen (zumindest bei Anschaffung, bei Anzeichen von Erkrankungen, Impfung, Parasitenbehandlung).
• konkrete Verantwortlichkeit für die Pflege (speziell benannte Erzieherin)
• Tierkäfige sollten nicht in Gruppen- und Schlafräumen untergebracht werden.
• Räume mit Tieren müssen regelmäßig intensiv gelüftet und täglich feucht gewischt werden (Verzicht auf Teppichböden).
• separate Lagerung von Futter und Pflegeutensilien (Streu, Stroh, Reinigungsgeräte)
• gründliche Händehygiene nach dem Umgang mit Tieren
 
3.4.3 Schädlingsprophylaxe und -bekämpfung
 
• Durch das Unterbinden von Zugangs- bzw. Zuflugsmöglichkeiten für Schädlinge, das Vermeiden von Verbergeorten, das Beseitigen baulicher Mängel und die Einhaltung von Ordnung und Sauberkeit im Gebäude, im Küchenbereich und auf dem Außengelände ist einem Schädlingsbefall vorzubeugen.
• Es sind regelmäßig Befallskontrollen durchzuführen und zu dokumentieren.
• Im Küchenbereich sind nach Erarbeitung einer Gefahrenanalyse Kontrollpunkte festzulegen, die regelmäßig zu überwachen sind (Dokumentation). Dabei sollte täglich eine Sichtkontrolle vorgenommen werden.
• Bei Feststellung von Schädlingsbefall ist unverzüglich das Gesundheitsamt zu informieren und ein sachkundiger Schädlingsbekämpfer mit der Bekämpfung zu beauftragen.  
 
3.4.4 Vermeidung einer Gefährdung durch Giftpflanzen
 
• Giftpflanzen sind Bäume, Sträucher und krautige Pflanzen, deren Inhaltsstoffe beim Menschen Gesundheitsstörungen hervorrufen können.
• Kindereinrichtungen sind von den giftigsten Vertretern und solchen Giftpflanzen, deren Früchte auf Kinder besonders anziehend wirken, freizuhalten. Auskünfte sind bei örtlichen Gärtnereien und Pflanzenhandlungen einzuholen.
• Häufigste Symptome bei Aufnahme giftiger Pflanzenteile: Übelkeit, Erbrechen, vermehrter Speichelfluss, seltener Durchfall.
• Weitere Symptome (je nach Pflanzenart): trockene Mundschleimhaut, Pupillenerweiterung, Unruhe, Kaltschweißigkeit, Lähmungserscheinungen, Haut- und Schleimhautreaktionen. 
• Nach Verzehr vermeintlich giftiger Pflanzenteile auch ohne Symptome unverzüglich Arzt oder eine Giftinformationszentrale anrufen (Symptome schildern, ggf. Pflanzenart nennen, Menge und Zeitpunkt der Aufnahme nennen).
• umgehend Artbestimmung einleiten (Apotheker, Gärtner)
• z. B. Giftinformationszentrum Erfurt, Tel. (0361) 730730 oder Giftinformationszentrum Berlin (030) 19240 (landesspezifische Festlegungen).
 
• Erste-Hilfe-Maßnahmen:
- Entfernung der Pflanzenteile aus dem Mund (Ausspucken oder Ausspülen mit Flüssigkeit).
- Kein Erbrechen auslösen!
- Anschließend Flüssigkeit trinken (keine Milch!)
- Ärztliche Behandlung organisieren.
- Informationsmaterial: GUV – SI 8018: "Giftpflanzen – beschauen, nicht kauen"
 
3.4.5 Trinkwasser/Badewasser
 
Die hygienischen Anforderungen an das Trinkwasser werden durch die "Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TrinkwV)" und die §§ 37-39 des Infektionsschutzgesetzes geregelt.
 
• Das in Kindereinrichtungen verwendete Warm- und Kaltwasser für den menschlichen Gebrauch (Kochen, Waschen) muss generell der Trinkwasserverordnung entsprechen.
• Veränderungen an der Trinkwasseranlage durch Neubau, Rekonstruktion oder Wiederinbetriebnahme nach langer Nichtnutzung sind dem Gesundheitsamt spätestens 4 Wochen vorher anzuzeigen. Das Gesundheitsamt entscheidet nach Vorliegen einer Wasseranalyse über die Freigabe der Wasserversorgungsanlage.
• Installationen sind nach den anerkannten Regeln der Technik und nur von bei dem Wasserversorger registrierten Firmen durchführen zu lassen. Dabei sind besonders die Regelungen der "DIN 1988 - Technische Regeln für Trinkwasserinstallationen" sowie das DVGW-Arbeitsblatt W 551 zu beachten.
• Warmwasseranlagen müssen so installiert und betrieben werden, dass eine gesundheitsgefährdende Vermehrung von Legionellen vermieden wird (VDI 6023, DVGW W 551).
• Perlatoren sind regelmäßig zu reinigen und ggf. thermisch zu desinfizieren (Auskochen).
• Regenwasser darf in Kindereinrichtungen (für den menschlichen Gebrauch) nicht verwendet werden.
 
3.4.6 Wasserspiel- und Erlebnisbereiche
 
• Aus hygienischer Sicht sind Wasserspiel- und Erlebnisbereiche, bei denen Trinkwasser über befestigte Flächen (z. T. Fliesen, Terazzo) mit Bodeneinlauf versprüht, verregnet oder verrieselt wird, unproblematisch.
• Bei Einrichtung von Modderspielplätzen muss ausschließlich Trinkwasser verwendet werden.
• Das genutzte Bodenmaterial muss frei von Kontaminationen sein (s. Spielsand).
• Eine zwischenzeitliche Austrocknung des Sandes schützt vor Keimvermehrungen.
• Bei groben Verunreinigungen ist der Sand auszuwechseln.
• Starker Schmutzeintrag aus der Umgebung ist zu vermeiden.
• Planschbecken, die nicht täglich geleert und gereinigt werden, müssen über eine kontinuierliche Wasseraufbereitung und Desinfektion verfügen. Sie unterliegen der DIN 19643 „Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser“.
• Planschbecken ohne Aufbereitung und Desinfektion stellen ein erhöhtes hygienisches Risiko dar.
• Das Becken muss täglich mit frischem Wasser gefüllt und abends wieder entleert werden, um Verkeimung des Wassers zu vermeiden.
• Nach Leerung ist täglich eine gründliche Reinigung des Beckens vorzunehmen.
• Zur Füllung des Planschbeckens ist Wasser mit Trinkwasserqualität zu verwenden.
• Verspritzte bzw. verdunstete Wassermengen sind mit Trinkwasser nachzufüllen.
• Bei Verunreinigung des Wassers (z. B. durch Fäkalien) ist sofortiger Wasserwechsel und gründliche Reinigung und Desinfektion des Beckens erforderlich!
Das Errichten und Betreiben von Badebecken ist mit dem Gesundheitsamt abzustimmen.
 
3.4.7 Spielsand
 
Für das Einrichten eines Sandspielplatzes ist auf Herkunft und Qualität des Sandes zu achten. Sand darf nicht durch Schadstoffe belastet sein. Bei Neubefüllung muss vom Lieferanten die Qualität des Spielsandes durch Zertifikat ausgewiesen werden.
Zur Pflege des Sandes sollten folgende Punkte beachtet werden:
• Zulauf von Hunden und Katzen unterbinden (Einzäunung)
• Sandkästen über Nacht bzw. Wochenende abdecken
• häufiges Harken zur Reinigung und Belüftung des Sandes
• Tägliche visuelle Kontrollen auf organische (Tierexkremente, Lebensmittel, Müll etc.) und anorganische Verunreinigungen (z. B. Glas), Verunreinigungen aller Art sind sofort zu eliminieren.
• Sandwechsel bei starker Verschmutzung sofort, ansonsten jährlich bis zu 3 Jahren
 
3.4.8 Bällchenbäder
 
• Feuchtreinigung der Bällchen in geeigneten Behältnissen bzw. einer Waschmaschine einmal jährlich (je nach Nutzung auch häufiger), bei Verschmutzung sofort
• gründliche Trocknung vor Wiederbefüllung
• Nichtbenutzung beim Auftreten von Durchfallerkrankungen oder anderen Infektionskrankheiten
 
3.4.9 Besondere gesundheitsfördernde Maßnahmen als Zusatzangebot (z. B. Kneippsche Wirkprinzipien, Kindersauna)
 
In Abhängigkeit von den spezifischen Gegebenheiten in der jeweiligen Kindereinrichtung können zusätzliche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung für die Kinder angeboten werden. Bei fachlich fundierter Anwendung können z. B. Kneipp- oder auch Saunaanwendungen bereits bei Kindern positive Effekte für das Wohlbefinden bewirken und zur gesundheitlichen Vorbeugung für den Gesamtorganismus beitragen. Dabei sind auch hygienische Gesichtspunkte von Bedeutung.
 
Zu beachten sind insbesondere die folgenden Punkte:
• ausführliche Information der Eltern über die geplanten Maßnahmen
• schriftliche Einverständniserklärung der Eltern für die Teilnahme des Kindes (ggf. nach Konsultation eines Kinderarztes zum Ausschluss von grundsätzlichen medizinischen Kontraindikationen)
• unverzügliche Mitteilung veränderter Umstände (durch die Eltern), die eine Teilnahme des Kindes nachträglich ausschließen (z. B. akute Erkrankungen)
• Durchführung der Maßnahmen in kleinen Gruppen – Gewährleistung ausreichender Aufsicht über alle teilnehmenden Kinder
• Benennung mdst. eines Mitarbeiters, der über spezifisches Fachwissen verfügt (z. B.  Qualifizierungslehrgänge über den Kneipp-Bund e. V.)

Kindersauna
• geeignete räumlich–funktionelle Gegebenheiten (ausreichende Raumgrundfläche und Lüftungsmöglichkeiten)
• günstige Einordnung des Saunaraumes innerhalb der Kindereinrichtung (in Kombination mit Umkleide- und Duschbereich)
• Ruhemöglichkeit für jedes teilnehmende Kind nach der Saunaanwendung
• Verzicht auf die Verabreichung ätherischer Öle (u. a. Schleimhautreizungen  bei Kindern möglich)
• Duschgang nach dem Saunieren bei Kindern nicht mit ganz kaltem Wasser
• personengebundene Handtücher als Sitzauflagen
• Getränkeangebot (Tee, Mineral/ Trinkwasser)
• Routinemäßig über den Tag ist eine Reinigung der Sitzroste ausreichend. Eine spezielle Flächendesinfektion kleiner Flächen mit geeigneten Mitteln ist bei Kontamination mit Körperausscheidungen erforderlich. Grobe Verunreinigungen sind vor der Desinfektion mit saugfähigem Einmalmaterial aufzunehmen und zu beseitigen.
 
Kneippsche Anwendungen (speziell Wasseranwendungen)
• Einsatz von speziell dafür vorgesehenen Festeinbauten (z. B. gemauerte Becken mit Wasserzu- und -ablauf) oder geeigneten mobilen Gefäßen (ausreichende Standfestigkeit!)
• Wasserbecken müssen eine gut zu reinigende und zu desinfizierende Oberfläche aufweisen, Tretbecken trittsicher und rutschhemmend
• Wasserbecken mindestens täglich vor der ersten Nutzung und bei Verschmutzung frisch befüllen und nach Abschluss der Anwendungen gründlich reinigen (Trinkwasserqualität,  für Tretbecken mdst. Badewasserqualität)
 
3.5 Erste Hilfe
 
Durch den Leiter der Einrichtung ist zu veranlassen, dass das Personal entsprechend der staatlichen Arbeitsschutzvorschriften i. V. m. der Unfallverhütungsvorschrift BGV/GUV-V A1 „Grundsätze der Prävention“ vor Beginn der Tätigkeit und danach mindestens jährlich zu Gefahren und Maßnahmen zum Schutz einschließlich der Ersten Hilfe unterwiesen wird. Er hat dafür zu sorgen, dass zur Ersten Hilfe und zur Rettung der Versicherten die erforderlichen Einrichtungen, Sachmittel und geeignete Personen verfügbar sind.

Geeignetes Erste-Hilfe-Material enthält gemäß BGR A1 „Grundsätze der Prävention“/GUV-I 512 „Erste-Hilfe.Material“:
• Großer Verbandkasten nach DIN 13169 “Verbandkasten E”.
• Kleiner Verbandkasten nach DIN 13157 “Verbandkasten C”. Zusätzlich ist der Verbandkasten mit einem alkoholischen Desinfektionsmittel zur Hände- und Flächendesinfektion auszustatten. Art und Anzahl der Verbandskästen sind abhängig von der Zahl der Versicherten und Betriebsart.
 
Verbrauchte Materialien (z. B. Einmalhandschuhe oder Pflaster) sind umgehend zu ersetzen, regelmäßige Bestandskontrollen der Erste-Hilfe-Kästen sind durchzuführen. Insbesondere sind die Ablaufdaten zu überprüfen und verfallene Materialien zu ersetzen.
Der Ersthelfer hat bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen Einmalhandschuhe zu tragen und sich vor sowie nach der Hilfeleistung die Hände zu desinfizieren.
Parallel zur Erstversorgung ist vom Ersthelfer zu entscheiden, ob sofortige ärztliche Hilfe zur weiteren Versorgung des Verletzten hinzuzuziehen ist.
(Weitere Informationen zur Ersten Hilfe enthalten die BGI/GUV-I 503 „Anleitung zur Ersten Hilfe“, BGI 509 „Erste Hilfe im Betrieb“, BGI 510 „Aushang Erste Hilfe“, BGI/GUV-I 511 “Dokumentation der Ersten Hilfe Leistung“/“Verbandbuch“)
 
3.6 Umgang mit Arzneimitteln
 
Die Gabe von Arzneimitteln in Kindereinrichtungen soll nur erfolgen, wenn dies medizinisch unvermeidlich und organisatorisch nicht anderweitig lösbar ist. Grundsätzlich sind nur Arzneimittel in Originalverpackung (beschriftet mit dem Namen des Kindes) inkl. Packungsbeilage von den Eltern anzunehmen und durch eine unterwiesene Fachkraft zu verabreichen.

• Verabreichung nur mit schriftlicher Anweisung der Eltern, diese soll enthalten:
- schriftliche Angaben zur Verabreichung (insbesondere Zeitpunkt, Menge, Anwendungsbesonderheiten) entsprechend der Verordnung des Arztes,
- Anschrift, Telefonnummer der Eltern und des betreuenden Arztes,
- ggf. wichtige  Hinweise zu Notfallmaßnahmen.
 
• Verfallsdatum beachten(verfallene Arzneimittel sind den Eltern zurückzugeben).
 
• Dokumentation in einem Nachweisheft mit folgenden Pflichtangaben:
- Vor- und Zuname des Kindes, Geburtsdatum, Gruppenzugehörigkeit,
- Name des Präparates,
- Verabreichungsform, verabreichte Menge,
- Datum und Uhrzeit der Verabreichung,
- Name/ Unterschrift der Erzieherin.
 
• Lagerung trocken, zugriffssicher, staub- und lichtgeschützt; weiterhin Herstellerangaben beachten (z. B. Kühllagerung).
• Nicht mehr benötigte Arzneimittel den Eltern zurückgeben.
 
4 Anforderungen des Infektionsschutzgesetzes
 
4.1 Gesundheitliche Anforderungen
4.1.1 Personal im Küchen-/Lebensmittelbereich (§ 42 IfSG)
 
Personen, die im Küchen- bzw. Lebensmittelbereich von Gemeinschaftseinrichtungen beschäftigt sind, dürfen, wenn sie 
• an Typhus, Paratyphus, Cholera, Shigellenruhr, Salmonellose, einer anderen infektiösen Darmerkrankung oder Virushepatitis A oder E (infektiöse Gelbsucht) erkrankt oder dessen verdächtig sind,
• an infizierten Wunden oder Hauterkrankungen erkrankt sind, bei denen die Möglichkeit besteht, dass deren Krankheitserreger über Lebensmittel übertragen werden können, 
• die Krankheitserreger Shigellen, Salmonellen, enterohämorrhagische Escherichia coli oder Choleravibrionen ausscheiden,  nicht tätig sein oder beschäftigt werden.
 
4.1.2 Betreuungs-, Erziehungs-, Aufsichtspersonal
 
Personen, die an einer im § 34 (1) des Infektionsschutzgesetzes genannten ansteckenden Krankheit erkrankt sind, bei denen der Verdacht darauf besteht oder die an Krätzmilben oder Läusebefall leiden, Personen, die die in § 34 (2) genannten Erreger ausscheiden bzw. zu in § 34 (3) genannten Kontaktpersonen gehören, dürfen solange in den Gemeinschaftseinrichtungen keine Lehr-, Erziehungs-, Aufsichts- oder sonstige Tätigkeiten ausüben, bei denen sie Kontakt zu dort Betreuten haben, bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit oder Verlausung durch sie nicht mehr zu befürchten ist.
 
4.1.3 Kinder, Jugendliche
 
Für die in der Einrichtung Betreuten (Kinder und Jugendliche) gilt Punkt 4.1.2 mit der Maßgabe, dass sie die dem Betrieb der Gemeinschaftseinrichtung dienenden Räume nicht betreten, Einrichtungen der Gemeinschaftseinrichtung nicht benutzen und an Veranstaltungen der Gemeinschaftseinrichtung nicht teilnehmen dürfen.  
 
4.2 Mitwirkungs- bzw. Mitteilungspflicht  
 
Bei den im § 34 aufgelisteten Krankheiten und Krankheitserregern handelt es sich um solche, die in Gemeinschaftseinrichtungen leicht übertragen werden können. Eine rechtzeitige Information darüber ermöglicht, dass durch geeignete Schutzmaßnahmen und durch Information potenziell angesteckter Personen weitere Infektionen verhindert werden können. Daher verpflichtet das IfSG die in einer Gemeinschaftseinrichtung betreuten (bzw. deren Sorgeberechtigten) und die dort tätigen Personen, der Gemeinschaftseinrichtung unverzüglich mitzuteilen, wenn sie von einem der in den Absätzen 1 bis 3 (§ 34) geregelten Krankheitsfällen betroffen sind. Damit der Informationspflicht nachgekommen werden kann, sind Belehrungen durchzuführen.
 
5 Anforderungen nach der Biostoffverordnung
5.1 Gefährdungsbeurteilung

 
In Kindereinrichtungen (im Sinne dieses Rahmenhygieneplanes Kinderkrippen, garten, -tagesstätten, auch integrativ und Kinderhorte) werden durch die berufliche Tätigkeit beim Umgang mit Kindern biologische Arbeitsstoffe (Mikroorganismen wie Viren, Bakterien) freigesetzt und die Beschäftigten können mit diesen direkt oder im Gefahrenbereich in Kontakt kommen. Gemäß § 5 ArbSchG ist der Arbeitgeber verpflichtet, durch eine Beurteilung der arbeitsplatzbedingten Gefährdungen die notwendigen Schutzmaßnahmen zu ermitteln. Diese allgemein gültige Vorschrift wird für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in der Biostoffverordnung (BioSoffV) und in der Technischen Regel Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 400 „Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen“ konkretisiert.
 
Insbesondere bei Tätigkeiten in der vorschulischen Kinderbetreuung werden durch den regelmäßigen, engen Kontakt zu Kindern und den damit verbundenen Kontakt zu Körperflüssigkeiten und –ausscheidungen, zu kontaminierten Materialien, Gegenständen und Flächen nicht gezielte Tätigkeiten mit Mikroorganismen der Risikogruppe 2 und/oder 3 (geringes und/oder mäßiges Infektionsrisiko, z. B. Mumpsvirus, Masernvirus) durchgeführt. Das Infektionsrisiko ist höher als in der Allgemeinbevölkerung. Eine Schutzstufenzuordnung einzelner Tätigkeiten oder Tätigkeitsbereiche erfolgt in Abhängigkeit der zu erwartenden Mikroorganismen und dem damit verbundenen Infektionsrisiko. In der Regel sind bei Tätigkeiten mit erhöhter Infektionsgefahr (Kontakt zu Körperflüssigkeiten, Aerosol-, Tröpfchenbildung) Maßnahmen der Schutzstufe 2 auszuwählen, mindestens die Maßnahmen der allgemeinen Hygiene. Liegen keine entsprechenden Tätigkeiten vor ist beim  beruflichen Umgang mit Kindern die Schutzstufe 1 (allgemeine Hygienemaßnahmen) ausreichend. Eine Einzelfallprüfung ist notwendig.
 
Zu den erforderlichen Schutzmaßnahmen siehe auch TRBA/BGR 250 „Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege“.
 
6 Sondermaßnahmen beim Auftreten von Magen-DarmErkrankungen (Durchfall und/oder Erbrechen)
 
• Das erkrankte Kind ist bis zur Abholung durch die Eltern möglichst getrennt von den übrigen Kindern zu betreuen.
• Oberflächen und Gegenstände, mit denen das Kind in Berührung kam (intensiver Kontakt), sind zu desinfizieren (viruswirksames Desinfektionsmittel mit Wirksamkeit gegen die häufigsten in Kindereinrichtungen vorkommenden Viren nach Herstellerangaben, z. B. Rotaviren).
• Nach Umgang mit dem erkrankten Kind ist eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen.
• Die das erkrankte Kind betreuende Person soll nicht in die Essenszubereitung und –verteilung eingebunden werden.
• Nach jeder Toiletten- oder Töpfchenbenutzung durch ein Kind mit Durchfall sind das Toilettenbecken und die WC-Brille oder das Töpfchen zu desinfizieren. Töpfchen sind personengebunden zu verwenden.
• Auf die Verwendung von Einmalhandtüchern ist unbedingt zu achten. Alternativ kann ein täglicher Handtuchwechsel (personengebundenes textiles Handtuch) vorgenommen werden.
• Die Eltern des Kindes sind zu informieren und nochmals über die Inhalte des § 34 IfSG aufzuklären.
• Die Eltern aller Kinder sollten anonym über die aufgetretene Durchfallerkrankung informiert werden. Ein Arztbesuch bei Auftreten der gleichen Symptome ist erforderlich.
• Kinder, die das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und an infektiöser Gastroenteritis erkrankt oder dessen verdächtig sind, dürfen eine Kindereinrichtung nicht besuchen.
 
7 Sondermaßnahmen beim Auftreten von Kopfläusen
 
• Bei Auftreten von Kopflausbefall hat die Leitung der Kindereinrichtung gem. § 34 (6) IfSG unverzüglich das zuständige Gesundheitsamt zu benachrichtigen.
• Das befallene Kind ist bis zur Abholung durch die Eltern getrennt von den übrigen Kindern zu betreuen.
• Mitgabe persönlicher Gegenstände (z. B. Kämme) an die Eltern mit Hinweisen zur Behandlung.
• Die Behandlung ist i. d. R. durch die Erziehungsberechtigten vorzunehmen und deren sachgerechte Ausführung in schriftlicher Form zu bestätigen. Danach darf die Kindereinrichtung wieder besucht werden.
• Sollte bei dem betroffenen Kind innerhalb von 4 Wochen wiederholt Kopflausbefall auftreten, ist zur Bestätigung des Behandlungserfolges ein schriftliches ärztliches Attest abzufordern.
• Die Eltern sind darauf hinzuweisen, dass 9 – 10 Tage nach der Behandlung eine Nachkontrolle und Wiederholungsbehandlung durchgeführt werden muss.
• Die Eltern der Kinder mit engerem Kontakt zu einem befallenen Kind müssen umgehend über das Auftreten von Kopfläusen unterrichtet werden. Diese Kinder sowie deren Familienangehörige, sollen sich einer Untersuchung und gegebenenfalls auch einer Behandlung unterziehen.
• Bei starkem Befall sind die Aufenthalts- und Schlafräume der Betroffenen von ausgestreuten Läusen zu befreien (ggf. Absprache mit dem Gesundheitsamt): gründliches Absaugen der Böden und Polstermöbel sowie von Kopfstützen und textilem Spielzeug; weitere Maßnahmen nach Angaben des Gesundheitsamtes.
• Handtücher, Bettwäsche u. ä. bei mind. 60°C (>15 min) waschen
• Wenn thermische Behandlung nicht möglich ist: Aufbewahrung der Textilien in einem gut verschließbaren, dichten Plastiksack für mindestens 3 Wochen bei Zimmertemperatur.
• Tieffrieren unter –10°C über mind. 24 Stunden ist eine weitere Variante (z. B. textiles Spielzeug u. a.).
• Sind in einer Kindereinrichtung Läuse aufgetreten, sollten für den Zeitraum von 6 Wochen einmal wöchentlich gründliche Kontrollen auf Kopflausbefall vorgenommen werden (ggf. durch die Erzieherinnen, Regelung im Aufnahmevertrag bzw. der Benutzungsordnung).
 
8 Sondermaßnahmen beim Auftreten von Krätze
 
• Bei Auftreten einer Krätzeerkrankung bzw. deren Verdacht hat die Leitung der Kindereinrichtung gem. § 34 (6) IfSG unverzüglich das zuständige Gesundheitsamt zu benachrichtigen.
• Ist ein Kind an Krätze erkrankt oder besteht der Verdacht, muss es sofort von den übrigen Kindern bis zur Abholung durch die Eltern getrennt werden.
• Mitgabe persönlicher Gegenstände mit Hinweisen zur Behandlung.
• Alle an Krätze Erkrankten, Krankheitsverdächtigen und Kontaktpersonen sind möglichst schnell einem erfahrenen Hautarzt vorzustellen.
• Die Auflagen des Gesundheitsamtes sind strikt einzuhalten.
• Die Wiederzulassung in die Kindereinrichtung kann erst nach sachgerechter Behandlung und Erfolgskontrolle durch den behandelnden Hautarzt erfolgen, der den Behandlungserfolg zu bescheinigen hat.
• Bei einem Krätzeausbruch ist dafür zu sorgen, dass alle Erkrankten und ungeschützten Kontaktpersonen (u. a. auch das betreuende Personal) gleichzeitig behandelt werden (Koordinierung durch das Gesundheitsamt).
• Bettwäsche so heiß wie möglich waschen, Buntwäsche bei 60°C mind. 20min., Bettstaub vorher absaugen.
• Schlecht zu waschende Textilien usw. können in verschweißten Plastiksäcken bei Zimmertemperatur 14 Tage aufbewahrt werden (bei 25°C genügt 1 Woche). Danach sind die Milben abgestorben.
• Zur Entwesung von Matratzen, Polstermöbeln und Fußbodenbelägen gründliches und wiederholtes Absaugen mit einem starken Staubsauger; ggf. Einschweißen kontaminierter Gegenstände (Matratzen, Polsterstühle usw.) in dicke Ein- oder Zweischichtfolie und Abstellen in einem gesonderten Raum (14 Tage bei Zimmertemperatur).
• Matratzen können auch einer Matratzendesinfektionsanlage zugeführt werden (90°C, 5min).
• Kontaminierte Plüschtiere usw. können auch bei <-10°C eingefroren werden.
• Nach Auftreten von Krätzeerkrankungen sind alle behandelten sowie potentiellen Kontaktpersonen für 6 Wochen einer ständigen Überwachung zu unterziehen (Koordinierung durch das Gesundheitsamt).

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